Ode an die Geste.

Ohne behaupten zu können, alle hübschen Füße dieser Welt zu kennen, muss ich (wir hatten es in letzter Zeit ja oft von Promidamen) die Füße von Katy Perry zu den schönsten zählen, die ich jemals gesehen habe. Das lässt sich nicht gut erklären – sie sind einfach schön. Da spielt nicht einmal viel Fetisch mit hinein. Katy Perry hat hübsche Füße, die sie oft und gerne in tolle Schuhe steckt. Kompliment. Punkt. Aus.

Säße mir eine nicht weltberühmte Doppelgängerin von Katy Perry gegenüber und käme aus irgendeinem Grund auf die Idee, mir ihre Füße ins Gesicht zu halten und eine Massage zu verlangen, wäre das zwar schön, aber nicht zwingend erotisch. Blasphemie in den Ohren des geneigten Fetischisten, ich weiß. Ich halte dagegen: Hinsetzen, Füße hoch und „lasse ma‘ machen“ ist kein Fetisch. Zu unserer Form von Erotik gehört die Geste. Und keine kleine Geste, hoho: nein. Die ganz große Geste muss es sein.


Das Geräusch von Absätzen im Gang, ein sich langsam drehender Türknauf. Das schwerer und schwerer wiegende Kettchen um deinen Hals. Der kühle Wind, der dir an den unmöglichsten Stellen deines Körpers bewusst macht, dass du nackt im Wohnzimmer sitzt und auf den Fixstern deiner Sexualität wartest. Ihr neckischer Blick, als sie sorgsam die Tür hinter sich schließt und sich auf die Unterlippe beißt. Ein Zwinkern, das vom Beginn des heutigen Spiels kündet. Ihr Abendkleid, ihre Schuhe, ihr Nagellack, ihre süß in ihren Bettchen wartenden Zehen. Deine Lust, nur gezügelt von ihrer Hand, die zärtlich deinen Kopf streicht.

Vögeln können die Normalos. Hier wird noch Liebe gemacht.


Katy Perrys Doppelgängerin schnaubt irgendwann in meine Massage hinein: „You’re doing good, but… that’s it?“ Das Frage ich mich auch. Ist das alles? Weshalb schießt mir das Blut nicht mit der Geschwindigkeit eines Sportwagens in die Lenden, nun wo ich die schönsten Füße der Welt massiere?

Weil die Geste fehlt. Ihr fehlt die Frechheit, der Mut und das Spiel. Diese Massage ist ein Freundschaftsdienst, vielleicht mit einem kumpelhaften Kopfnicken versetzt: „Is‘ ja eh dein Ding, ne? Füße und so?!“ Nein. Ehrlich gesagt nicht. Füße sind nicht mein Ding. Dafür habe ich zu viele davon gesehen. Die große Geste ist mein Ding. Ein wissender Augenaufschlag ist mein Ding. Ein Zug an meiner Krawatte und ein Stoß abwärts, dorthin wo die Füße sind, ist mein Ding. Eine unerfahrene Frau, die den Mund zu einem begeisterten O öffnet, während sich meine Lippen das erste Mal um ihren kleinen Zeh legen, ist mein Ding. Die freche Lady, die meinen heimlichen Blick auf ihre Stilettos mit einem amüsierten Kopfschütteln abtut und beschwingten Schrittes an die Bar geht, ist mein Ding.


War dieser Text dein Ding?

Dann lies Lala Idrisse! Füße. Genau dein Ding. Klick!