Sprechen wir über Sonya Kraus Füße.

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Zeitsprung. Frühe Jugend. Die anderen Jungs in deiner Klasse reden immer über die schöne Verena zwei Reihen vor dir, die seit den letzten Sommerferien „voll die großen Dinger!“ unter dem Wendy- Pferdepullover hat. Du schaust jedoch lieber in die Richtung von Anna. Die hat zwar noch keine Busen, aber trägt schon kurz vor Sommeranfang ihre schönen Sandalen.

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Sie liebt kleine Fußkettchen und lackiert ihre Zehennägel. (Das weißt du natürlich nicht, aber das ist ein Ritual, das Mädels von der Mama lernen.) Du könntest beim Anblick ihrer Füße dahinschmelzen, aber fragst dich zugleich, was an dir eigentlich nicht stimmt. Du bist frustriert und nutzt den Familien PC, um auf eigene Faust zu recherchieren, was du da eigentlich für eine abnormale Fixierung auf Füße (pfui bäh!) hast. Du bist eklig. Du traust dich nicht, mit irgendjemandem darüber zu reden. Wenn die angesagten Kids das wüssten, wärst du unten durch. Du kannst nicht anders, du bist so.

Irgendeine andere arme Seele hat sich schon einmal mit demselben Problem auf GuteFrage.de verirrt und wollte wissen: „wie kann man das heilen?“ Die Antworten sind zynisch und gehässig. „Geh in die Fußpflege und schau Füße von Omas an, du Freak, haha xD“. Ein einzelner Account schreibt jedoch knapp: Kann man nicht heilen, das hast du halt. Nennt sich Fußfetisch und ist nicht so selten. Hab ich auch 🙂

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Okay, einen „Fußfetisch“ hast du also. Scheibenkleister. Du bist nicht im Fußballteam, bist keiner der coolen Jungs in der Klasse, siehst durchschnittlich aus, trägst keine Markenklamotten und jetzt ist auch noch deine sexuelle Vorliebe außergewöhnlich. Außergewöhnlich freakig. Sollte das jemals herauskommen, ist Mobbing vorprogrammiert. Au revoir, Mittelfeld der Beliebtheitsskala, hallo sozialer Abgrund der Schülergemeinde.

Sonya Kraus Füße in TalkTalkTalk: Dein Schlüsselerlebnis?

Eines Nachmittags schaust du ProSieben. Es läuft TalkTalkTalk mit Sonya Kraus. Die große Blondine sitzt, steht oder liegt zwischen den Einspielungen auf den Möbeln ihres Studios, moderiert den nächsten Clip ein wenig ironisch an, lacht und scherzt. Du hast die Sendung eigentlich nicht bewusst eingeschaltet, es läuft nichts anderes. Plötzlich fährt die Kamera vollkommen absichtlich an ihren Beinen entlang abwärts. Sonya Kraus steht in ihren wunderschönen, offenen High Heels in zwei Papierausschnitten, die die Schuhgröße eines riesenhaften Mannes abbilden sollen. Der Kerl, der in ein paar Sekunden im nächsten Talkshow-Ausschnitt erscheinen wird, interessiert dich nicht. Es sind nur ihre Füße im TV zu sehen.

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Ihre warme Stimme sagt plötzlich: „Für Fußfans haben wir gleich was ganz besonderes…“ Du atmest scharf ein. Sie weiß es! Sie hat es erwähnt! Sie kennt es! Die Sendung TalkTalkTalk hat gerade einen äußerst treuen Zuschauer gewonnen. Sonya Kraus moderiert ausschließlich in offenen Heels oder gleich ganz barfuß. Sie liegt lasziv auf den Polstermöbeln, lässt die Schuhe an den Zehen baumeln, grinst frech über dich, weiß genau was dir gefällt, doch ist niemals gehässig oder hochmütig. Sie weiß es ganz genau. Sie verachtet dich nicht dafür.

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Eine tiefe, aus deiner simplen Freude über ihre Akzeptanz deiner Vorliebe gegenüber geborene Sympathie für Sonya Kraus übermannt dich. Sie hält dich, wie du mit deinen dreizehn Jahren vor dem TV sitzt und ihre Füße anschmachtest, nicht für einen Ekel. Du bist glücklich, spürst, dass du ein Geheimnis mit ihr teilst. Sie tut das für dich, weil du kein Unmensch, kein Ekel und nicht schlechter als die Normalos bist. Sonya Kraus vertritt die unschuldige Meinung, auch du darfst mal was Knisterndes zu gucken haben. Recht hat sie.


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Sonya Kraus und die Fußfetischisten

Sonya ist ein wahrer Schatz – und besteht, so viel Schwärmerei für ihre Füße erzwingt diese Aussage – natürlich aus mehr als nur Füßen. Sie schreibt Bücher, dreht eigene YouTube- Videos und moderiert sich tapfer durch die deutsche Medienlandschaft. Egal was sie tut, sie ist immer auf eine süße, unaufdringliche Art eine Advokatin von uns Fußfans. Wir haben sie nicht immer verdient, denn einige Kommentare hätten wir uns sparen können. Trotzdem scheint sie uns zu schätzen. Ein Instagramvideo beweist es. Und als sei das nicht Bestätigung genug, gesteht sie hier im Zwiegespräch mit Annett Möller: „Ich habe ein Herz für Fußfans.“

Sonya, wir sagen einfach mal danke! Du bist für die deutschen Fußfans so wichtig wie Tarantino. Es ist leider bezeichnend für deine Fuß-Fangemeinde, dass wir uns genötigt fühlen, uns für Dauerkommentierer und Pseudo-Aktivisten zu entschuldigen. Danke für deine Geduld mit uns.

Gezeichnet: Die Jungs denen du gezeigt hast, dass ihre Sexualität sie nicht zu Aussätzigen macht.

Stay happy, stay kinky!