Was bedeutet Simp?

Seit einiger Zeit macht vor allem im englischsprachigen Raum eine neue Bezeichnung für eine bestimmte Sorte Mann, wenn man die Betroffenen so nennen darf, die Runde: „Simp“. Die Schnittmenge, die Simps aus Sicht von Unbeteiligten mit anerkannten Fetischen und Spielarten des BDSM bilden, macht eine gewisse Differenzierung zu „uns“ nötig.


Wo kommt der Begriff Simp her?

Die Abkürzung steht für eine fiese, doch treffende Beschreibung: „Sucker Idolizing Mediocre P*ssy“ – ganz frei und möglichst sinnvoll (also bewusst nicht wortwörtlich) ins Deutsche übersetzt: „Depp, der mittelmäßige M*schis förmlich anbetet.“ Es gibt darüber hinaus weitere Herleitungen und mögliche Ursprünge des Begriffes.

  • Einmal über die englische Bezeichnung „Simpleton“, die eigentlich nur „einfacher Mann/Bürger“ bedeutet, jedoch despektierlich als „Dummkopf“ gebraucht werden kann. Das Wort „simpel“ steckt hier mit drin. Also jemand von sehr einfachem Gemüt.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Herleitung über das Adjektiv „sympathetic“. Also ist der Simp eine Person, die anderen auf naive Weise im Übermaß mit Sympathie und Wohlwollen begegnet und dabei nicht bemerkt, dass sie einen Fehler begeht.

Was tun Simps?

Ein Simp überschüttet eine Einzelperson, bei der es sich meistens um eine weibliche Online-Persönlichkeit, häufig sogenannte e-Girls oder Künstlerinnen handelt, mit virtueller Zuneigung und Aufmerksamkeit. Dies tut er mit schriftlichen Liebesschwüren in Kommentarbereichen, persönlichen Nachrichten und – womit wir einen großen Knackpunkt der Sache erreichen – mit Geldgeschenken. Die Beschenkte nimmt den Simp dabei (im besten Fall!) lediglich als einen ihrer vielen Fans wahr und erwidert die Zuneigung nicht oder auf eine reine „Künstler zu Fan“- orientiere Weise. Dies stört den Simp jedoch nicht, denn er hält die dünne, standardisierte „vielen lieben Dank für einen Support! 😊“- Antwort für eine echte Erwiderung seiner Zuneigung.

Ein Simp liegt also vor, wenn:
  • Eine Person eine Online-Persönlichkeit vergöttert
  • Kein persönlicher, echter Kontakt zwischen Simp und Online-Persönlichkeit besteht
  • Die Beziehung seitens der Online-Persönlichkeit nicht auf derselben Ebene erwidert wird
  • Geld von Simp zu Online-Persönlichkeit fließt (Twitch-Donations, Online-Überweisungen, etc.)

Info am Rande: Simps können (in der Theorie) sowohl männlich als auch weiblich sein. Hier wird vor allem auf die Männer eingegangen.

Ein Simp findet die Dame seiner Wahl auf verschiedensten Plattformen im Internet. Meistens sind es weibliche Streamer auf Twitch, TikTok-Mädels, YouTuberinnen, Influencerinnen, etc.

Pokimane Simps auf Twitch überbieten sich mit gespendeten Geldsummen
„Hab deine 1000 Dollar Spende (an die Streamerin „Pokimane“) gesehen. Du bist verrückt, Bro! Ich bin noch nicht unter den Top 10 Spendern“ – und das ist nicht das Schlimmste: Einige verzichten auf den Familienurlaub, um mehr Geld für ihre „Queen“ ausgeben zu können.

Was ist das Problem mit Simps?

Dort, wo die Naivität und Verführbarkeit eines Simps auf eine böswillige Persönlichkeit bei der vergötterten Frau trifft, kann sich eine verhängnisvolle Dynamik entwickeln.

  1. Der Simp steigert seine Bemühungen zur Kontaktaufnahme (Beispiel Twitch: er erhöht seine Geldspende),
  2. die Künstlerin dankt ihm vor laufender Kamera und lässt zwei freundliche Sätze fallen.
  3. Der Simp fühlt sich bestätigt und spendet beim nächsten Mal mehr. Die „Freude“ seiner Angebeteten wird zu seiner Droge.
  4. Mehr noch: Er hat seine Verehrung so deutlich vor allen anderen zuschauenden Simps gezeigt, dass er sich bis zur nächsthöheren Spende eines virtuellen Nebenbuhlers wie der „Liebling“ der Künstlerin fühlen darf.

Diese 4 Schritte wiederholen sich mit steigenden Geldsummen. Irgendwann – so das Extrem – erreichen sie den vierstelligen Bereich. Der Twitch-Streamerin „Pokimane“ wurden schon einmal 6.000 Dollar von einer Einzelperson gespendet.

Simps sind keine Fetischisten

Dieser Blog kümmert sich eigentlich um Themen aus dem Fußfetischbereich. Was haben wir mit einem seltsamen Online-Phänomen am Hut? Ganz einfach: Simps werden häufig für Fetischisten gehalten.

In ihrer extremen Ausprägung verhalten sich Simps nämlich fast wie das, was man im Fetischbereich als „Geldsklaven“ bezeichnet. Das Thema finanzielle Dominanz (Findom) ist in der Szene umstritten, da es viele schwarze Schafe unter den „Cash-Ladies“ anlockt. Eine ähnliche Gefahr besteht bei den Simps: Es gab und gibt Künstlerinnen, die sich diese Charakterschwäche bei männlichen Zuschauern zu Nutze machen und einen regelrechten „Druck“, Geld zu überweisen, aufbauen.

Eine böswillige Künstlerin fordert ihre Simps auf, Geld zu überweisen

Der Simp entscheidet sich bewusst, eine ihm gegenüber distanzierte Person mit Zuneigung und Geld zu überschütten. Ein Fetischist hat (so sollte es zumindest sein) eine persönliche Beziehung zu einer ebenfalls in der Fetischzene beheimateten „Herrin“ oder „Lady“. Dieser obliegt es, vor allem im Findom, gründlich zu überprüfen, ob der Sub finanziell und mental für Findom geeignet ist. Wer nicht auf seine Subs aufpassen kann, ist kein/e Dom.

Diese Verantwortung einer Influencerin, Videospiel-Streamerin oder YouTuberin aufzuhalsen, ist unfair. Die betroffenen Frauen (sofern sie nicht böswillig sind) wollten eigentlich nur ihren eigenen Content produzieren und sich mit anderen Menschen austauschen. Sie haben in den seltensten Fällen um die Anwesenheit der „Simps“ gebeten.