Anleitung: Dein erstes Mal in einem Dominastudio

Mit diesem Beitrag möchten wir dir die Angst vor dem Besuch eines Dominastudios nehmen. Wir erklären dir ganz genau, was dabei passiert und wie du dich am besten verhalten solltest. Dabei verraten wir jetzt schon: Es gibt keinen Grund zur Nervosität.


Fort mit der Scham vor dem ersten Besuch bei einer Domina

Wenn du diesen Artikel liest, hast du sehr wahrscheinlich Interesse daran, eine Session bei einer Domina zu buchen, hast „sowas“ allerdings noch nie gemacht und findest dich in einem Wechselbad aus Neugier, Angst, Erregung und Nervosität wieder. Das ist ganz normal. Du darfst so empfinden – selbst wenn du BDSM-Erfahrung in Partnerschaften oder Spielbeziehungen vorweisen kannst, ist es absolut in Ordnung, vor dem Besuch eines professionellen Dominastudios ein wenig nervös zu sein.

Die Entscheidung, zu einer Domina zu gehen, reift in vielen Personen eher langsam, obwohl die Lust darauf latent vorhanden sein mag. Es ist absolut in Ordnung, wenn du dir Zeit für diese Entscheidung lässt.

Termin im Dominastudio: Wir haben Tipps für jede Phase der Entscheidung

Wir bei Lala Idrisse haben schon eine Reihe von Ratgebern und Anleitungen verfasst, die vielen Lesern unserer gemeinsamen Lieblingsautorin geholfen haben.

Du musst nicht alle davon gelesen haben, um die Tipps auf dieser Seite anzuwenden, keine Bange. Der Ratgeber den du jetzt gerade liest, ist für alle, die das erste Telefonat mit der Domina und die Terminvereinbarung hinter sich haben und sich jetzt fragen, wie die Session im Studio der Domina denn eigentlich abläuft. Und: Wie man sich darauf vorbereitet.

Am Tag des Termins

Für deine erste professionelle Session hast du dir hoffentlich einen Tag ausgesucht, an dem dir keine anderen Termine oder Aktivitäten dazwischen kommen können. Du solltest den Tag mit Freude angehen und dich entspannt und frühzeitig auf den Weg zum Dominastudio machen.

Deine Vorbereitungen: Sauberkeit, Pünktlichkeit und Aufmerksamkeit

Seine Anfahrt richtig zu planen ist ein Zeichen von Respekt und Seriosität. Das gilt auch bei einem Treffen mit einer Domina – eigentlich sollten wir sagen: Es gebührt sich erst recht. Daher: Fahre pünktlich los und sei mindestens zehn Minuten vor der Zeit am Studio.

Sei geduscht und gepflegt

Leider müssen diese Dinge so manchem Mann extra gesagt werden:

  • Dusche vor dem Termin zuhause
  • Schneide deine Finger- und Zehennägel
  • Putze dir die Zähne
  • Kämme dir deine Haare (oder rasiere dir den Kopf, solltest du Glatzenträger sein)
  • Rasiere dich (oder trimme den Bart akkurat, solltest du Bartträger sein)

Du solltest gepflegt bei deiner Domina erscheinen. Einige werden dir sogar anbieten, vor Ort erneut zu duschen. Nimm dieses Angebot an, auch wenn du bereits zuhause geduscht hast. Diese Dusche ist nicht für deine „zusätzliche“ Sauberkeit, sondern dient dem guten Gefühl der Domina.

Das Studio betreten: So begrüßt dich die Domina

Deine Domina teilt dir vor dem Treffen mit, wie das Studio zu finden und zu betreten ist.

  • Oft finden sich professionelle, von einzelnen Damen betriebene Studios in eigens angemieteten Wohnungen mit diskretem Kürzel oder Logo auf der Klingel.
  • Andere Studios sind auch von außen ganz klar als Solche zu erkennen.

Gib dich offen und freundlich zu erkennen und begrüße deine Domina mit einem Händedruck – noch hat die Session nicht begonnen und du musst nicht niederknien und niemanden mit „Herrin“ ansprechen. Ihr seid zwei erwachsene Menschen, die gleich eine Geschäftsbeziehung eingehen.

Du wirst zuerst einmal in einen Vorraum, Flur oder direkt in eine Sitznische begleitet werden. Freundliche Gastgeberinnen bieten auch mal einen Kaffee oder ein Kaltgetränk an, nimm gerne an und entspanne dich, auch wenn die Umgebung (vielleicht stehst du schon mitten im Studio, umringt von allerhand BDSM-Equipment und Spielgeräten) einschüchternd sein kann.

Bringe eine kleine Aufmerksamkeit mit

Das ist ein Tipp, mit dem du punkten kannst, aber keine Pflicht: Sei ein liebenswürdiger neuer Kunde und bringe der Domina eine Aufmerksamkeit mit. Folgende Dinge kommen in Frage:

  • Eine kleine Packung edle Schokolade (keine Massenware)
  • Guter Kaffee (keine Massenware)
  • Ein kleiner Blumenstrauß
  • Ein Buch von Lala Idrisse
  • Eine kleine Packung edle Seife
  • Duftkerzen

Hierbei handelt es sich nicht um ein teures Geschenk, sondern um einen Beweis deiner Vorfreude. Du willst sie positiv überraschen und ein Lächeln auslösen, nicht mit Geld prahlen. Bei der Auswahl kommt es auf Fingerspitzengefühl an.

Beachte eventuelle Hinweise auf ihrer Webseite

Oft geben die Frauen genaue Anweisungen darüber, wie sie begrüßt werden wollen, was sie bei der ersten Begegnung erwarten und wie dein Auftreten sein sollte. Einige Dominas verlangen sogar bestimmte Codeworte oder Mitbringsel, die nur jemand kennen kann, der sich wirklich mit der Dame und ihrer Webseite auseinandergesetzt hat. Sei stets aufmerksam!

Das Vorgespräch: Überwindung, Ehrlichkeit und kreative Freiheit

Wenn du bei einer Domina im Studio sitzt, hat es im Normalfall schon mindestens ein telefonisches Gespräch zwischen euch gegeben. Ganz moderne Dominas könnten auch intensiv mit Textnachrichten arbeiten, das schließen wir nicht aus, aber ein Telefonat ist die Regel. In unserem Beitrag über die Kontaktaufnahme mit einer Domina haben wir beschrieben, wie das erste Telefonat abläuft. Jetzt sind wir einen Schritt weiter.

Inhalte des Vorgespräches bei der Domina: Habe keine Angst

Das mag (wenn man betrachtet, weshalb du hier bist) beinahe kontraproduktiv klingen, aber unser Tipp für diesen Moment lautet: Habe keine Angst vor deiner neuen Herrin. Es wird dich zunächst Überwindung kosten, doch wenn du die Hürde einmal genommen hast, wird dich deine eigene Offenheit begeistern. Das Vorgespräch beginnt ganz gewöhnlich und kommt an absolut wichtigen Themen vorbei:

  • Smalltalk: Wie war die Fahrt? Viel los auf den Straßen? Hach ja, das Wetter! (Tolles Geschenk übrigens, danke!)
  • Abfrage deiner Erfahrung: Warst du schon einmal bei einer Domina? Nein? Kein Problem.
  • Bestätigung früherer Aussagen: Du hattest am Telefon erwähnt, du stehst auf [dein Kink hier]…?
  • Klärung deiner Vorstellungen: Beschreibe mir doch mal, wie du dir dieses oder jenes vorstellst.
  • Erneute Bestätigung von Tabus: Welche Dinge sollten wir nicht tun?
  • Sicherheitsaspekte: Gibt es gesundheitliche Themen, die wir beachten sollten?

Achtung: Diese Liste ist nicht vollständig. Wenn ihr gemeinsame Spiele absprecht, die besondere Risiken beinhalten, erweitert sich die Liste um Aspekte wie die Erläuterung der angewendeten Praktiken und zusätzliche Sicherheitsaspekte. Außerdem ist vieles schon aus dem ersten Telefonat bekannt – jede Domina gestaltet das Gespräch natürlich individuell.

Kleiner Exkurs: Das wichtige Safe-Word

Es bietet sich an, hier ein wenig „Entmystifizierung“ zu betreiben. Wir haben bereits Sessions ohne Safe-Word erlebt. Der Grund ist ein einfacher: Der primäre Kink von uns und unseren Lesern sind Füße und dominant/devote Rollenspiele rund um Füße, die mit minimalem BDSM-Equipment gespielt werden können.

Wenn etwas unangenehm war, reichte es stets, für drei Sekunden aus der devoten Rolle zu fallen und „Du sorry, das hier ist grad nicht so meins“ zu sagen und die Domina schwenkte gekonnt um.

Sobald wir diesen Bereich verlassen und von aufwendigen Fesselungen oder Spielen mit Schmerz sprechen, ist das Safe-Word unumgänglich.

Vorgespräch im Domina-Studio: Sei ehrlich, doch lasse ihr kreative Freiheit

Im Gespräch mit der Domina tendieren unerfahrene Gäste dazu, ganze Wunschzettel, bzw. Drehbücher zu beschreiben. „Also zuerst will ich, dass wir… und dann solltest du das hier so…“ Das ist allerdings nicht die richtige Herangehensweise an die gemeinsame Session. Gewiss, die Domina ist auf ihre Weise eine Dienstleisterin, doch du solltest wissen, dass eure gemeinsame Zeit genau dann am schönsten verbracht ist, wenn du ihr erlaubst, ihre Ideen und ihre Erfahrungen einzubringen.

Glaub uns einfach: Eine Domina weiß, was du willst, wenn du ihr sagt, du hast die Fantasie, der Fußsklave einer dominanten Herrin zu sein.

So bringst du deine Wünsche rüber, ohne dabei die gemeinsame Fantasie zu unterdrücken:

Beschreibe, worauf du stehst und auf welche Weise.

Beispiel: „Ich habe einen Fußfetisch und möchte der Fußsklave einer dominanten Herrin sein.“

Umreiße ihre Rolle in deinem Kopfkino kurz und verständlich.

Beispiel: „Ich stelle mir vor, dass die Herrin einen neuen Sklaven aufnimmt und sich erst einmal die Füße von ihm verwöhnen lassen will. Sie ist dabei streng und gibt klare Befehle, wie er das zu tun hat.“

Erwähne wichtige Details, die deinem persönlichen Erlebnis wichtig sind.

Beispiele:

  • „Ich möchte unbedingt ein Halsband tragen.“
  • „Ich möchte unbedingt als (Bezeichnung hier) bezeichnet werden.“

Optional: Schwebt dir ein bestimmtes Rollen- oder Szenen-Szenario vor, erkläre es kurz.

Beispiele:

  • „Mir ist dabei gar nicht wichtig, dass die Herrin in Lack und Leder auftritt. Eine elegante Lady, die den Sklaven in privatem Rahmen benutzt ist für mich viel heißer!“
  • „Ich fände es toll, wenn die Herrin wie eine strenge Königin gekleidet ist.“

Alle weiteren Themen wird die Domina selbst erfragen.

Der Beginn der Session

Nach dem Vorgespräch beginnt die eigentliche Session. Hier bleibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Sehr wahrscheinlich passiert in den letzten spannenden Minuten folgendes:

Du wirst in eine Umkleidekabine, ein Bad oder ein eigenes „Sklavenzimmer“ gebracht, wo du dich ausziehen und eventuell noch einmal frisch machen kannst. Wenn du fertig bist, wirst du entweder:

  • in knieender Position genau dort warten, bis die Herrin dich abholt. Das ist der Beginn des Spiels.
  • nackt wieder herauskommen und dich an einen Platz begeben, den die Herrin dir im Vorgespräch beschrieben hat, beispielsweise die Mitte ihres Hauptraumes im Studio. Das ist ebenfalls der Beginn des Spiels.

Der Rest ist purer Genuss!

Danke, dass du diesen Beitrag gelesen hast.


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