Medusa ist ein besonderes Buch von Lala Idrisse. Es hat die besten Bewertungen all ihrer Werke und deckt wahrscheinlich die meisten verschiedenen Kinks ab, ohne dabei zu sehr vom Fußfetisch abzugleiten. Heute gibt es im feierlichen Rahmen der Sockenfetisch-Woche eine Leseprobe zu genau diesem Thema. Wir wünschen viel Vergnügen!

„Ha, siehst du?“, stichelte Tatjana und zwinkerte Jana zu, „das mit dem Termin hat voll gepasst.“ Jana seufzte geschlagen und steckte ihr Smartphone in ein bissfestes Lederetui, welches sie wiederum in den Mund des Sklaven steckte, der an ihrer Leine ging. Tatjana, Jana und Muffin gingen durch die großzügige Parkanlage des Hauses und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Muffin war ein Sklave, der ruhige Momente voller erotischer Selbstverständlichkeit genoss. Janas Hand führte die champagnerfarbene Leine routiniert. Die kleine Carlotta hatte Schwierigkeiten mit ihm, weil er der zierlichen Blondine die Strenge nicht abkaufte und ihr Fistelstimmchen wohl eher amüsant als dominant war, wenn sie Befehle piepste. Tatjana grinste, „wir sollten nicht wie Bittsteller auftreten“, rechtfertigte sie ihre eigene Idee mit der Formulierung des Terminvorschlags. Jana stimmte zu, „trotzdem gehen wir ein rechtlich bindendes Geschäft ein. Ich würde gerne seriös wirken.“
„Ihr feid abfolut feriöf, Herrim!“, versicherte Muffin mit dem Lederetui zwischen den Lippen. Jana tätschelte seinen Kopf, „danke, Hase. Du darfst trotzdem keinen Orgasmus haben.“ Muffin nickte verständig, doch sein Blick machte deutlich, dass er diese Worte nicht in der Hoffnung, sich einen sexuellen Höhepunkt zu verdienen, geäußert hatte. Tatjana beachtete ihn nicht. „Sorgen?“ Ihre Arbeitgeberin war sich selbst nicht sicher, „nicht wegen des eigentlichen Geschäfts, sondern wegen seiner Auswirkungen.“ Tatjana schwieg und forderte damit eine deutlichere Erklärung. „Ich habe mich in dieses SEO eingelesen“, sagte Jana, „gestern Abend, nach dem Theater.“ Das Theater war eine unregelmäßig stattfindende Vorführung, bei der besonders brave Sklavinnen und Sklaven vor den versammelten Bewohnern des Hauses ein immer neues, einstudiertes Stück aufführten. Es kam einer Studie gleich, lebendige Aktmalerei, verschlungene Körper, die seufzende Kunstwerke schufen. „Wir müssen uns sehr viele Gedanken um die Begriffe machen, die verwendet werden. Es muss… stilvoll sein“, sagte sie und war mit ihrer eigenen Beschreibung unzufrieden. Tatjana glaubte zu verstehen, „so, wie in der Mail. Bedienstete statt Sklaven. Kundinnen statt Herrinnen und so weiter.“ Jana schüttelte den Kopf, „nein, noch viel… erhabener.“ Tatjana seufzte, „der Specialist wird schon Bescheid wissen.“ Jana hoffte.
Muffin kroch nicht auf dem harten, gepflasterten Weg, sondern krabbelte versetzt hinter ihnen auf der Wiese. Die Damen waren schließlich keine unmenschlichen Sadistinnen. Sie hatten den äußersten Rand der großen 8 erreicht, die der Pfad im Garten des Hauses beschrieb und hielten inne. Eine Trauerweide senkte ihre langen Äste in einen tiefen, beinahe schwarzen Teich. Jana hätte gerne Schwäne dort angesiedelt, doch die brauchten sehr viel Wasser, um landen und abheben zu können. Einem gesunden Tier die Flugfedern zu stutzen, nur um es aus ästhetischen Gründen in ihrem Garten halten zu können, passte nicht in die Philosophie des Hauses oder Janas. Muffin holte sie ein und kniete sich neben sie. Jana legte eine Hand auf seinen schwarzen Haarschopf und streichelte ihn abwesend. Er neigte den Kopf und lehnte sich vorsichtig gegen ihre Hüfte. Sie ließ es zu. Tatjana warf einen Blick auf seinen Schritt. Er trug eine weiße Plastikapparatur zwischen den Beinen, die eine Erektion und jegliche sexuelle Stimulation verhinderte. Zugleich schob die Keuschheitsvorrichtung seine Hoden aufwärts, präsentierte sie regelrecht unter dem Peniskäfig. Wie zwei kleine, pralle Bällchen wölbten sie sich unter dem Plastik hervor. „Wie lange bist du ohne Erlösung, Muffin?“, fragte sie. „B-Brei Monape, Herrim“, nuschelte er um das Etui in seinem Mund herum. Jana nickte lobend, „wir kämpfen mit Feuereifer gegen die Abhängigkeit.“ Tatjana summte lieblich und spitzte die Lippen, „tapferer Hase.“ Sie streckte ein Bein aus, „zieh‘ mir den Schuh aus.“ Muffin öffnete die Schnürsenkel des roten Sportschuhs mit zärtlicher Ehrerbietung. Tatjana entstieg dem Schuh langsam, entglitt der Öffnung förmlich. Sie trug kleine, graue Sportsöckchen, die noch unter dem Knöchel endeten. Jana beobachtete das süße Ritual. „Die Socke“, flötete Tatjana und Muffin ergriff den weichen Stoff respektvoll, um ihn von ihrem zierlichen Fuß zu ziehen. Tatjana war durchtrainiert, Jana bewunderte die unter ihrer schwarzen Leggings sichtbaren Muskelstränge, als sie für einen Moment balancierte, während Muffin ihr die Socke auszog. Sie trat in das weiche Gras und Muffin wiederholte die Zeremonie an ihrem anderen Fuß. „Eine Socke in die Schuhe“, sagte sie und Muffin führte den Befehl aus. Jana nahm ihm das Smartphone aus dem Mund. Tatjana löste die Leine von seinem Hals und gab sie an Jana weiter, „willst du spielen, Muffin? Ja?“ Er nickte deutlich. Der Mann, der einst Murat war und nun Muffin hieß, öffnete gierig den Mund, um Tatjanas verbliebene Socke darin transportieren zu dürfen. Tatjana und Muffin traten auf die Wiese, Jana in ihren schicken Pumps und dem geblümten Kleidchen blieb auf dem Weg stehen und betrachtete die beiden mit beinahe mütterlichem Blick, die champagnerfarbene Leine in ihren Händen auf und ab rollend.
Tatjana nahm die Socke aus Muffins Mund, lobte die überraschende Trockenheit des Stoffs und warf sie. Die kleine Socke flog beileibe nicht weit, doch es genügte, Muffin hinterher kriechen und apportieren zu lassen. Tatjana lachte über den Anblick des zwischen seinen Beinen hin und her wippenden Peniskäfig. „Wäre ich vulgär, würde ich es eine Eierschaukel nennen“, sagte sie und Jana hielt sich prustend die Hand vor den Mund. Muffin sammelte die Socke mit dem Mund aus dem Gras und brachte sie stolz grinsend zurück. Tatjana feixte, „suuuuper!“ Sie drückte ihm die Socke gegen die Nase, „genießen.“ Er atmete tief ein, seufzte und wog dankbar den Kopf auf den Schultern, ihren reibenden, beinahe einseifenden Bewegungen folgend. Die beiden Frauen wechselten einen frechen Blick. Muffin stöhnte und atmete tief ein. Tatjana warf die Socke ein zweites Mal. „Das machen wir, bis du sie in einem vollen Wäschekorb finden und nach zuvor betriebener Sportart unterscheiden kannst.“ Jana prustete wieder – sie liebte Tatjanas Mundwerk. Muffin fiel vor Freude über diese als Drohung ausgesprochene Spielidee die Socke aus dem Mund und beide Frauen lachten über seinen begeisterten Gesichtsausdruck.

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