BDSM-Sprache erklärt: S&M versus Top & Bottom versus D/s

BDSM, Sex, Dominanz und Unterwerfung kommen in unterschiedlichen Varianten und Bezeichnungen daher: Ist ein „Top“ automatisch ein „Dom“ und wo liegt der Unterschied zwischen einem Bottom und dem Sub? Wir erklären die Begriffe.


Im BDSM geht es um das aufregende Spiel mit Macht und Kontrolle. Es findet eine Übergabe von Macht, bzw. deren regelrechte Hingabe statt. Drei Formen dieser Machtübergabe zwischen Partnern sind dabei am häufigsten:

  • Sadismus und Masochismus (S&M)
  • Topping und Bottoming
  • Dominanz und Unterwerfung

Wir versuchen, die drei für euch zu unterscheiden und Neulingen eine Erklärung zu geben, worauf es bei den kleinen aber wichtigen Unterschieden ankommt.

Sadismus & Masochismus: Machtausübung durch erotischen Schmerz

Den Hintern versohlt bekommen, ausgepeitscht oder geschlagen werden oder der Folter ausgeliefert sein: Wer sein erotisches Vergnügen gerne mit einer kleinen oder großen Menge Schmerzen genießt, der ist ein Masochist. Für den oder die Sadistin gilt das Gegenteil: Wer seinem Partner gerne spielerische Schmerzen zufügt, fällt in diese Kategorie.

Man kann Masochist und Sadist zugleich sein

Die meisten Menschen haben eine Neigung in eine der beiden Richtungen, können aber beides genießen. Absolute Extremfälle, die ausschließlich masochistisch oder sadistisch sind, gibt es zwar, jedoch seltener als vermutet.


Topping & Bottoming: Machtaustausch durch Sex

Wer beim Sex die körperliche Kontrolle übernimmt, der ist der oder die Top. Legt man diese Regel entsprechend weit aus, sind die allermeisten nicht BDSM-praktizierenden Paare wohl eine sanfte Form von Top & Bottom. Mal ist es der eine Partner, der voller Leidenschaft den Sex initiiert und für diese Nacht „führt“, mal der andere. Die passive Person, deren erotisches Erlebnis kontrolliert und gesteuert wird, ist der oder die Bottom. Auch hier gilt: Menschen können beides sein.


Dominanz & Unterwerfung: Austausch von Macht durch Gefühle, Gesten und Rituale

Dominanz & Unterwerfung ist der Austausch von Macht durch Gefühle, Intimität, Gesten und Rituale. Bei D/s (so die Kurzform dafür) geht es um Regeln, Struktur, Disziplin und Protokoll. Und das kann so intensiv gelebt werden, wie die Partner es wünschen. Einige Paare leben eine 24/7 D/s-Beziehung, andere legen erst auf gemeinsam abgestimmte Signale hin die Masken des Alltags ab. Dazwischen gibt es eine ganze Welt von Möglichkeiten, Macht geistig auszutauschen.


Jeder darf in alle Rollen schlüpfen

Zwei Partner können in jeder Beziehung jede beliebige Kombination dieser sechs „Rollen“ einnehmen – inklusive der Möglichkeit, einfach keine davon zu sein. Die hier beschriebenen Rollenbilder sind die der sehr traditionellen Perspektive.

  • Wer im Schlafzimmer gerne den Ton angibt, der ist nicht automatisch ein Dom
  • Wenn man rauen Sex und Schläge genießt, ist man nicht automatisch ein Sub
  • Und man kann ein Dom sein, der Subs nicht körperlich bestraft oder harten Sex hat
  • Und man kann sehr wohl unterwürfig sein und dabei anderen gerne den Hintern versohlen

Die Definition dieser Begriffe ist viel weiter gefasst als unsere kleine Zusammenfassung und wird sich von Person zu Person unterscheiden. Schubladen machen unsere Liebe kaputt – aber auf eine gewisse Art und Weise brauchen wir sie auch.

Und was ist mit Fetisch?

Ein Fetisch ist eine sexuelle Vorliebe. Man kann einen Fußfetisch haben, ohne dabei ansatzweise etwas mit BDSM und ähnlichen Dingen zu tun haben wollen. Aus diesem Grund haben wir das Thema hier ausgeklammert. In der Realität gehen Fetisch und BDSM gerne Hand in Hand. Was wäre das schöne Ritual und die große Geste zwischen weiblicher Dom und männlichem Sub denn ohne Füßeküssen?


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